Netzinfrastruktur-Branche mit transfair!

Netzinfrastruktur-Branche mit transfair! © Swisscom
10.10.2018

transfair freut sich über den abschliessenden Entscheid des Bundesrates zum GAV der Netzinfrastruktur-Branche. Der GAV wird als allgemeinverbindlich erklärt, wenn transfair, SYNA und VPE integriert werden. Die Allgemeinverbindlichkeit ist eine wichtige Massnahme gegen Lohndumping.

Ein langer Weg bis zum Erfolg
Die Leidens- und spätere Erfolgsgeschichte findet ihren Anfang 2011. Gewerkschaften beginnen damit, sich auf die GAV-Verhandlungen für die Netzinfrastruktur-Branche vorzubereiten. Trotz Garantien und Versprechen wurde transfair von den GAV-Verhandlungen ausgeschlossen.

transfair hatte, trotz diesem Rückschlag, keine Absicht, das Projekt aufzugeben, und führte die Vorstösse bei den wichtigen Branchenvertretern weiter. 2013 fanden Treffen statt und es wurden mehrere Schreiben mit dem damaligen Geschäftsführer von cablex und dem damaligen Präsidenten der VFFK (Vereinigung von Firmen für Freileitungs- und Kabelanlagen) ausgetauscht.
 
Während der Erste, Gründer des Verbands der Firmen Kommunikation, Energie, Transport und ICT-Infrastruktur der Schweiz (V-KTI), den Willen bekundete, transfair in das GAV-Projekt zu integrieren, sah der Zweite zu jenem Zeitpunkt keinen Grund, den GAV mit einem Personalverband zu verhandeln. Einzige Garantie: Sollte sich der Standpunkt der VFFK ändern, würde transfair informiert. Der GAV der Netzinfrastruktur-Branche wurde von syndicom, vom SNIv (neue Bezeichnung des V-KTI) und von der VFFK am 14. Dezember 2015 unterzeichnet und trat am 1. Juli 2016 in Kraft.
 
transfair sucht das Gespräch
Gemeinsam haben die Gewerkschaft SYNA und der Personalverband transfair die GAV-Vertragsparteien kontaktiert und erneut ihre Bereitschaft bekundet, in den GAV integriert zu werden und konstruktiv im Interesse der Arbeitnehmenden zu arbeiten. Im Falle einer Absage bestand die letzte Option darin, Einspruch gegen die Allgemeinverbindlichkeitserklärung einzulegen, um das Recht auf Anerkennung als Sozialpartner geltend zu machen. Eine erneute Ablehnung zwang transfair und SYNA dann dazu, beim SECO einen entsprechenden Widerspruch einzureichen.
 
Was lange währt, wird endlich gut
Am 15. August 2018 hat nun der Bundesrat einen abschliessenden Entscheid zu diesem Thema gefällt. «Der GAV der Netzinfrastruktur-Branche wird allgemeinverbindlich erklärt, sofern die Personalverbände transfair, SYNA und die VPE (Personalvertretungen der Schweizerischen Elektrizitätswirtschaft) bis zum 31. Dezember 2019 mit denselben Rechten und Pflichten integriert werden.»
 
Die positive Antwort auf die Forderung von transfair ist ein Zeichen zugunsten der gewerkschaftlichen Vielfalt. Es ist wichtig, möglichst viele Arbeitgeber in einen Branchen-GAV einzubinden, es ist aber ebenso wichtig, die betroffenen Personalverbände einzubeziehen. Die zusammengelegten Kompetenzen der Gewerkschaften können die Stellung der Arbeitnehmenden in der Branche nur stärken. Die Branche steht vor zahlreichen Herausforderungen und der Sektor befindet sich in einem strukturellen und technologischen Wandel. Es ist wichtiger denn je, die gewerkschaftlichen Kräfte zu bündeln, um unlauterem Wettbewerb, Sozial- und Lohndumping entgegenzuwirken. Es ist klar: Der GAV der Netzinfrastruktur-Branche macht nur mit einer Allgemeinverbindlichkeitserklärung Sinn.